Kommunikation - Schlüssel zu Glück oder Leid

Wie wir kommunizieren, hat Einfluss auf unser gesamtes Leben. Im Beruf, in der Familie, im Freizeitumfeld und in der Art, wie wir mit uns selbst kommunizieren. Es beginnt schon sehr früh in unserer Kindheit. Wie wurde mit uns kommuniziert? Wurden wir ernst genommen? Wurden uns die Dinge erklärt oder wurde über uns bestimmt? Gab es Lob oder war der Fokus mehr auf dem, was nicht funktionierte? Oder auch, wie haben unsere Eltern kommuniziert? Die Bezugspersonen unserer Kindheit sind unsere ersten Lehrer, was Kommunikation betrifft. Die Erfahrungen von damals prägen uns meist mehr, als uns bewusst ist. Gelernte Reaktionsmuster aus dieser Zeit finden wir auch später in unserem Erwachsenenalter, oft in veränderter Form, wieder.

 

Aber Kommunikation ist nicht nur das gesprochene Wort. Wir sehen jemanden, er/sie spricht kein Wort, aber die Haltung, der Gesichtsausdruck, das Handeln kommuniziert mit uns. Die Wirkung nonverbaler Kommunikation hat häufig einen stärkeren Einfluss auf uns als Worte. Gute Kommunikation beginnt bei uns selbst.

Wenn wir uns selbst besser verstehen lernen, können wir anders kommunizieren. Je klarer wir in unserem Geist, unserem Denken und darin sind, was unsere Absicht ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer versteht, was wir ihm sagen möchten. Was wir oft vergessen, ist, dass die Bedeutung von Worten für uns oft eine andere ist, als für unser Gegenüber. Wir sprechen z. B. über unsere Ideen, unsere Visionen, haben in unserem Kopf eine ganz klare Vorstellung davon und denken, der andere müsse genau verstehen, was wir meinen. Doch der Empfänger kann ein ganz anderes Bild im Kopf haben. Wir sprechen zum Beispiel in einer Paarbeziehung von „Liebe“ und haben unser Bild von Liebe im Kopf. Unser Gegenüber hört „Liebe“ und deutet das Wort in ihrem/seinem Bild, verbindet es mit ihren/seinen Erfahrungen. Man könnte auch sagen, jede/r hat eine eigene Brille auf, durch die sie/er sieht. Wir blenden alles aus, was unsere Brille nicht scharf stellt oder was wir nicht einordnen können. Aus der Erfahrung in der Paartherapie oder im Paarcoaching wird sichtbar, dass die meisten Probleme dadurch entstehen, dass wir den anderen nicht verstehen, missverstehen oder uns selbst nicht verstanden fühlen. Würden wir mehr nachfragen, dem anderen erklären, was bei uns angekommen ist, könnten viele Diskussionen vermieden werden. Als ein hilfreiches Modell im Paargespräch hat sich die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg erwiesen. Zwei wichtige Säulen sind hier: Empathie und Klarheit. Hier sein Modell der 4 Schritte in vereinfachter Form: 1. Schritt: Beobachten, was passiert ist. Neutral beschreiben, um was bzw. welche Situation es geht. 2. Schritt: Gefühle aus der Ich-Perspektive äußern: z. B.: „Ich habe dabei ... gefühlt.“ 3. Schritt: Bedürfnisse äußern - ebenfalls aus der Ich-Perspektive. „Ich hatte das Bedürfnis nach…“ 4. Schritt: An den anderen einen Wunsch / eine Bitte stellen ohne Erwartung. Unser Gegenüber hat die Freiheit die Bitte zu erfüllen oder auch nicht. Das Modell vermeidet pauschale Aussagen, es beschreibt stattdessen klar nachvollziehbare Situationen. Anstatt dem anderen Vorwürfe zu machen, sprechen wir von unseren Gefühlen, unseren Bedürfnissen und Wünschen. Gerade in der Partnerschaft kann diese Art der Kommunikation sehr heilsam sein. Je mehr wir darüber sprechen, wie es uns geht und was uns beschäftigt, umso besser kann uns unser/e Partner/in verstehen. Es gilt zu lernen, Gefühle und Bedürfnisse zu äußern und nachzufragen, was verstanden wurde. Wenn wir uns darüber im Klaren sind, worauf wir uns in einem Gespräch konzentrieren möchten, wird das Gespräch zielführender ablaufen. Man spricht hier auch von erfolgreicher Kommunikation. Diese erschafft Harmonie, Wirksamkeit, Klarheit und Effektivität.

 

Was oft unterschätzt wird, ist die wertschätzende Kommunikation. Diese bestätigt und unterstützt den „Wert“ eines Menschen. Menschen wollen mitspielen, dazulernen, einen Beitrag leisten, dabei sein. Wir sind Herdentiere, brauchen das Gegenüber, die Reaktion des anderen, das Miteinander. Die Anerkennung für die Leistung des anderen ist dabei wesentlich: „Ich sehe den Wert dessen, was du gemacht hast“. Menschen lieben es, wenn man ihren „Wert“ sieht und anerkennt. Freundliche und ehrlich gemeinte Komplimente verbessern unsere Beziehungen und bringen uns und den anderen zum Lächeln. Wer wünscht sich nicht Anerkennung? Wer will nicht gesehen werden? Wir nehmen viel zu viel als selbstverständlich an. Es lohnt sich, das scheinbar Selbstverständliche zu hinterfragen. Wann hast du das letzte Mal deine/n Partner/in bewusst für ihr/sein Tun anerkannt? Ihren/seinen „Wert“ gesehen und dich dafür bedankt? Kleine Gesten oder anerkennende Worte können wahre Wunder in Beziehungen bewirken.

 

 

Angela Karl

Heilpraktikerin für Psychotherapie

Heilsame Begegnung

Praxis für Beratung, Coaching &  Psychotherapie (HPG)

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 "Heilsame Begegnungen können deine Seele berühren und haben die Kraft, dein Leben zu verändern."